Quelle der News: Oberoesterreich.com
Datum der News: 23.02.2005
28 ahnungslosen Wiener Festnetz-Telefonierern wurden über Monate hinweg stundenlange Gespräche mit einer Sex-Hotline verrechnet…
…ohne dass diese eine der in Frage kommenden Mehrwert-Nummern auch nur ein Mal angewählt hatten. Einer der angeblich Telefonsex-Süchtigen ist 86 Jahre alt und sitzt seit einem Schlaganfall im Rollstuhl.Ihm war wie all den anderen Betroffenen mit technisch einfachen Mitteln ohne sein Wissen die Telefonleitung manipuliert worden. Die dafür Verantwortlichen mussten sich heute, Mittwoch, wegen Betruges im Wiener Landesgericht verantworten.
Bruder zapfte Leitungen an
Eine 38-jährige Niederösterreicherin betrieb mit geringem Erfolg eine Sex-Hotline. Allein die Kosten für die Inserate, in denen nicht weniger als 81 verschiedene Nummern angepriesen wurden, überstiegen ihre Einnahmen. Wie gut, dass es da den um fünf Jahre älteren Bruder gab.
„Ich bin mit ihm zusammen gesessen und hab’ ihm mein Leid geklagt“, erzählte die Frau Richterin Sonja Höpler-Salat. Der Mann, von Beruf Elektriker, hatte eine zündende Idee: Er kannte jemanden, der für 500 Euro in fremde Häuser ging, im Flur die Telefonkästchen der Telekom öffnete und mit wenigen Handgriffen die zum Teil ungesicherten Kabelauswindungen manipulierte, indem er Klemmen anbrachte.
Gesprächsgebühren explodierten
Die betreffenden Anschluss-Besitzer kam das teuer zu stehen: Die Telekom buchte ihnen fortan mehrere 100 Euro pro Monat ab, weil es den Anschein hatte, als hätten sie die Dienste der 38-jährigen Unternehmerin in Anspruch genommen. Sämtliche Einsprüche gegen die plötzlich explodierten Gesprächsgebühren wurden zunächst abgewiesen, ehe sich die Beschwerden häuften, der Sache im Detail nachgegangen wurde und der Betrug aufflog.
Die Hotline-Betreiberin und ihr Bruder hatten bis dahin mit ihren unlauteren Machenschaften 8.000 Euro „verdient“. Nun drohen ihn bis zu drei Jahre Haft. Der Prozess wird am 5. April fortgesetzt. Geschädigt sind übrigens nicht die zum Handkuss gekommenen Telekom-Kunden. Das Unternehmen hat ihnen mittlerweile die zu viel verrechneten Beträge zurück erstattet bzw. gut geschrieben.
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