Es gibt also noch mehr Girls, die gerne Telefonsex erleben ausser mir
Gruss an Nicole trotz des vielen Schnees und kalten Wetters. Ein schönen Bericht dazu habe ich gefunden auf landeszeitung.de. Es handelt um Nicole, welche Telefonsex für die Kunden einer Porno Firma annimmt. Was ist daran so verwerflich oder schämt sich deshalb jetzt der ganze Ort Lüneburg? Was soll Berlin, Hamburg oder Frankfurt dann machen? Hier aber der ganze Bericht zum nachlesen, welcher so finde ich die wesentlichen Punkte beim Telefonsex bzw. die Fantasie der Telefon Erotik gut zum ausdruckt bringt:
In einem Dorf in der Nähe Lüneburgs verkauft Nicole Telefonsex für einen Porno-Konzern
Das blaue Holzhaus in einem Vorort von Lüneburg sieht ein bisschen nach Pippi-Langstrumpf-Glück aus. Doch die Heimarbeit von Nicole K. ist absolut nicht jugendfrei: Telefonsex.Für 1,86 Euro die Minute bietet sie Lust im Kopfkino, verführt Anrufer und ist zugleich imaginäre Hauptdarstellerin in einem Pornofilm. Eine aufregende Stimme - ein bisschen Rauch, ein bisschen Reibeisen - ist ihr Kapital. Und die Männer rufen an. Ein paar tausend mögen es gewesen sein in den vergangenen drei Jahren.
Nicole ist keine Frau, die gängigen Schönheitsidealen entspricht, sondern eher kräftig. Das aber ist vollkommen egal. Allerdings muss der Schein perfekt sein: “Der kleinste Versprecher, und der am anderen Ende legt auf. Deshalb versuche ich mein Bestes zu geben, ich erbringe eine Dienstleistung.”
Nicole muss schnell heraushören, wonach es ihrem Anrufer gelüstet. Zwar hat sie eine Standardstory, in der die Bühne variiert. Oft aber gibt der Kunde seine Geschichte vor. Und Nicole kennt dabei kaum Tabus: “Ich habe die peinlichsten Dinge erlebt, war klitschnass geschwitzt. Aber ich lege nicht auf, kommt nicht in Frage.”
Nicole beschäftigt noch 14 andere Frauen; alle arbeiten für einen Porno-Konzern. “Ich muss mit meinen Frauen jeden Tag 500 Gesprächsminuten bringen”, sagt die 35-Jährige. Ein Teil des Verdienstes bleibe bei den Frauen, die Firma streiche den Löwenanteil ein. Egal ob Mann via Fernsehen oder per Internet auf das Lust-Angebot stößt, über bestimmte “Karussells” laufen die Anrufe zusammen: “Ich bin unter 13 000 Nummern zu erreichen.”
Nicoles Freund Thorsten hat kein Problem mehr damit, dass sie die Sehnsüchte Unzähliger erfüllt: “Am Anfang war es schwierig, aber der Mensch gewöhnt sich dran.” Schließlich könne seine Partnerin, mit der er 21 Jahre zusammen ist, auch auf der Straße jemanden kennenlernen, wenn sie es denn wolle: “Das Risiko gibt es immer. Aber ich fühle mich nicht betrogen.” Das Leben des Paares im Schöner-Wohnen-Haus mit Kamin, grünen Sofas und Blick auf einen ordentlichen Garten hat sich verändert. “Wir gehen abends nicht zusammen ins Bett”, sagt der 36-Jährige. “Denn nachts laufen die meisten Anrufe. Es ist wie bei der Schichtarbeit.”
Dann beschäftigt sich Nicole auch mit anderen Schichten: “Es ist eine andere Welt. Auf der ,Line’ habe ich auch mit Anwälten und Professoren zu tun. Die lernst du sonst nicht kennen.” Ein tolles Gefühl sei es auch, wenn der Zahnarzt seinen Patienten warten lässt, weil Nicole ihn kurz ins Reich der Sinne entführt.
Nicole ist längst zur Grenzgängerin geworden. Wenn sie mit ihrem Auto aus dem blitzeblanken Dorfidyll in die Stadt fährt, läuft der Pornofilm weiter: “Ich hatte Höhenflüge. Wenn ich an der Ampel neben einem Mann stand, habe ich ihn angeguckt und gedacht, ich weiß genau, was du willst.” Immer schwebt sie auch in ihrer Fantasiewelt: “Das beschäftigt mich immer.” Als sie eine Woche im Urlaub war, fehlte ihr die “Line”. Was ist eine Königin ohne Untertanen ? Auch wenn sie glaubt, dass die fabulierenden Telefon-Ritter ihr eine Welt zu Füßen legen würden, ist das wahre Leben weniger märchenhaft. Sie hat sich mit Männern getroffen, die so unglaubliche Stimmen hatten: “Einfach, um sie kennenzulernen.” Sie flog zu einem Psychiater nach München, doch statt eines Lanzelots stand ein verdruckstes Kerlchen vor ihr: “Der Zauber war weg.” So ging es ihr auch mit einem Galan in Celle. Fantasie ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit.
Wie die Männer, die anfangs alle Stefan oder Peter heißen, aber eigentlich auf Günter, Christian oder Maik hören, kommt auch sie nicht weg von dieser Fata Morgana aus heißem Atem und feuchten Gefühlen. Sie träumt noch weiter, wenn sie ihren Akustik-Freiern mitgibt: “Wenn du mit deiner Frau schläfst, stell’ dir mich dabei vor.” Sie sieht’s pragmatisch als Kundenbindung.
Die kann furchtbar fesselnd sein. Denn auch wenn Gespräche der Verbindung nach einer Stunde automatisch gekappt werden, wählt sich mancher Mann wieder ein, um bei Alexa, wie sie sich nennt, zu landen. Die Monatsrechnung für Telefonfreier kann in die Tausende gehen. Für Mitleid bleibt wenig Zeit, schließlich muss sich der Job auszahlen.
Wie ein Forscher, der von unbekannten Welten berichtet, hat sie eine Bestandsaufnahme geschrieben über ihre Form der Dienstleistung. Sie möchte mitnehmen zu den geheimen Wünschen, dunklen Kammern sexueller Einsamkeit und heißgeschwitzen Telefonhörern. Das Buch soll in einem Hamburger Verlag erscheinen: “Ich möchte zeigen, was passiert mit der Frau, die sich hinter den Telefonnummern verbirgt.” Auch ein bisschen Ratgeber soll das Ganze sein, “für Frauen, die am Anfang stehen”.
Datum des Berichts: 12.03.2006
Wenn man sich so durchliest wie Nicole sich im Auto an den Ampeln fühlte, mag man sich garnicht vorstellen wie manche Studio Domina so abgeht *g*

